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von Markus Daniel

Richtig lizensiert?

Der Software-Riese Microsoft führt derzeit in Deutschland eine umfangreiche Lizenzprüfung seiner Kunden durch. Aktuell soll eine fünfstellige Zahl von Vertragsnehmern aufgefordert sein darzulegen, wie in ihrem Haus Microsoft-Produkte eingesetzt werden. Das berichtet das Hamburger Wirtschaftsmagazin Bilanz in seiner kommenden Ausgabe.

Schon Ende 2014 hat sich der Konzern demnach bei mehr als 15.000 Kunden zur etwaigen Lizenzprüfung angemeldet. Vor allem Unternehmen aus dem Mittelstand waren betroffen. Sie wurden aufgefordert ihre gekauften Lizenzen in einem Fragebogen zu erfassen. Auf dieser Grundlage wurden die Einsatzszenarien mit der Zahl der vorhandenen Lizenzen abgeglichen und unrealistische Lizenzbestände ermittelt.

Ist das offensichtlich der Fall, kommt in der Folge ein Wirtschaftsprüfer ins Spiel. Dieser kontrolliert bei dem anstehenden Verfahren dann, ob die Anzahl der erworbenen Microsoft-Lizenzen eines Unternehmens mit jener der vorhandenen Arbeitsplätze übereinstimmt. Treten hier Differenzen auf, wird der Software-Konzern, abhängig vom Umfang der Abweichung, tiefer nachforschen (lassen) und die betroffene Firma ggf. zur Kasse bitten. Mittlerweile stehen wohl zweistellige Millionenbeträge an Nach- bzw. Strafzahlungen im Raum.

Anders als in anderen Fällen des Fahndens nach unrechtmäßiger Nutzung geht es hier aber nicht vordergründig um den bewussten Einsatz illegaler Kopien. Es stehen eher Nachlässigkeiten bei der Lizenzverwaltung in Firmen im Fokus. Etwa wenn Unternehmen Großkundenlizenzen für eine bestimmte Zahl von Rechnern erwerben, dann aber im Zuge des Wachstums der Belegschaft die Menge der Geräte über die zulässige Zahl der Arbeitsplätze hinaus erhöhen. Dennoch bleibt es kein Kavaliersdelikt und wird mit hohen Strafen geahndet. Auch hier gilt der Grundsatz: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

In Sachen Softwarepiraterie hingegen hatte Microsoft erst im Dezember zu einem größeren Schlag ausgeholt. Damals wurden über 50.000 Product Keys für Windows und Office gesperrt. Die betroffenen Nutzer hatten diese bei nicht offiziellen Anbietern erworben, die keine echten Lizenzen verkauften, sondern Keys mit zeitlich befristeten Nutzungsrechten, von Test-Versionen oder von OEM-Ausgaben der Produkte.

Der Markt für gebrauchte Software wächst und damit die Akzeptanz bei den Marktteilnehmern. Jedoch machen sich dies eben auch zwielichtige Anbieter zu Nutze, um genau hieraus Profit zu schlagen. Es bleibt daher nur zu empfehlen, bei der Bezugsquelle seiner Software auf Seriosität zu achten und ggf. Preis-/Leistung zu hinterfragen. Was Unternehmen betrifft, sollten diese auf eine kompetente Beratung im Kaufprozess setzen sowie ein ordentliches Lizenzmanagement implementieren, um später im Falle einer Lizenzprüfung keine böse Überraschung zu erleben..

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Dann rufen Sie uns einfach an unter: 05623 / 933705

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